Für jeden Pfadfinder ist es wichtig zu wissen, wie man sich in einem unbekannten Gelände orientieren kann. Doch wie navigieren Pfadfinder eigentlich, wenn sämtliche Hilfsmittel wie das Smartphone und GPS-Tracker nicht verfügbar sind? Ob du dich in einem Wald, auf einem Pfad oder im Gebirge befindest, dein Kompass und deine Karte sind manchmal die einzigen Werkzeuge, auf die du dich tatsächlich verlassen kannst.

Der richtige Umgang mit dem Kompass

Natürlich musst du auf einige Dinge achten, wenn du dein Kompass richtig benutzen willst. Als erstes solltest du berücksichtigen, dass sich keine metallischen oder magnetischen Gegenstände (Uhr, Taschenlampe, Fahrtenmesser) in der Nähe deines Kompasses befinden dürfen. Denn diese können die Kompassnadel beeinflussen und dir dadurch inkorrekte Informationen liefern. Des Weiteren ist zu beachten, dass der Kompass während der Benutzung waagrecht gehalten werden muss. Dazu kannst du ihn auf die Handfläche legen und diese dann an deine Brust ziehen, sodass sich deine Hand im rechten Winkel zum Körper befindet. Die Nadel sollte sich dabei frei drehen können. So kannst du sicherstellen, dass das Instrument korrekte Werte anzeigt.

Wie kannst du deinen Standort bestimmen?

Nachdem du gewährleistet hast, dass dein Kompass einsatzbereit ist, gilt es nun sich zu orientieren. Zuerst musst du nach markanten Punkten in der Landschaft Ausschau halten. Das kann sowohl eine kleine Siedlung (beispielsweise ein Bauernhof), als auch ein Berg, ein See oder auch ein Wald sein. Wenn du mehrere solcher Punkte auf der Karte und in der Landschaft gefunden hast, wird es Zeit deinen Kompass zur Hand zu nehmen.

Nachdem du die Karte entsprechend der Landschaft ausgerichtet hast (alle Karten besitzen eine Kompassrose oder einen Nordpfeil), kannst du damit beginnen, die von dir gewählten Punkte mit Hilfe deines Kompasses anzuvisieren. Durch das Drehen der Gradskala bis die Kompassnadel mit dem Richtungspfeil übereinstimmt, erhälst du den Winkel (diesen solltest du dir notieren) zwischen dem Punkt und dem Norden. Diesen Schritt wiederholst du bei allen gewählten Punkten. Die Winkel können nach dem Messen auf deine Karte übertragen werden. Der entstandene Schnittpunkt zeigt dir dann deinen aktuellen Standort.

Vertraue deinem Kompass

Manchmal wirst du dir absolut sicher sein, dass du weißt, in welche Richtung du läufst oder wo genau du dich befindest. Doch das Gefühl kann auch täuschen. Da es sehr oft vorkommt, dass ein Geländestück einem anderen sehr ähnlich sieht, solltest du dich auf jeden Fall auf dein Werkzeug verlassen. Durch regelmäßige Kontrollen der Marschrichtung wirst du sicher an deinem Ziel ankommen.

Wenn du von deinen Freunden jetzt gefragt wirst: „Wie navigieren Pfadfinder eigentlich?“ oder „Wie navigieren Pfadfinder ohne Smartphone?“, wirst du ihnen erklären und zeigen können, wie es richtig gemacht wird. Davor solltest du die neue Fähigkeit aber natürlich einige Male im Freien üben.

Wenn du jetzt Lust bekommen hast auch einmal ohne Smartphone den richtigen Weg zu finden, wünschen wir dir viel Spaß bei deinen ersten Navigationsversuchen. Wir sind uns sicher, es wird eine spannende neue Erfahrung für dich.


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Titelbild – © obeyleesin – fotolia.com